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Ausblick

Stoßdämpfer

Joachim Herz Stiftung
Abb. 1 Ein Stoßdämpfer entzieht einem schwingenden System Energie, in dem Öl durch Ventile gepresst wird.

Ein Stoßdämpfer besteht aus einem ölgefüllten Zylinder, in dem sich ein Kolben bewegt. Unter und über dem Kolben befindet sich das Öl. Im Kolben befinden sich Ventile, durch die das Öl strömen kann. Wird der Stoß­dämpfer zusammengedrückt, so strömt das Öl von der unteren Ölkammer in die obere, beim Aus­einander­ziehen wird das Öl von oben nach unten durch den Kolben gepresst. Um das Öl durch die Kolbenventile zu pressen, ist Energie erforderlich. Diese wird dem schwingenden System entzogen und somit kommt es zu einer Dämpfung der Schwingung.

Stoßdämpfer sind für die Fahrsicherheit von großer Bedeutung. Der TÜV-Rheinland schreibt: "Stoßdämpfer sichern den Kontakt zur Fahrbahn Voraussetzung, um Lenk- und Bremskräfte vom Rad auf die Straße zu übertragen, ist der sichere Kontakt mit der Fahrbahn. Je nach Fahrweise erfüllen Stoßdämpfer nach 60.000 bis 80.000 km infolge von Alter, Schmutz und Korrosion durch Salz und Nässe nur noch teilweise ihre Funktion:

Auf unebener Straße verlängert sich der Bremsweg um 2–3 m im Vergleich zu intakten Stoßdämpfern. Das sind bis zu 8% mehr Bremsweg und bedeuten erhöhte Unfallgefahr.

Mit nachlassenden Stoßdämpfern wird auch das Kurvenverhalten instabil. Bei Tests mit halber Dämpferwirkung hat sich gezeigt, dass die Hinterreifen bei engen Kurvenfahrten auf unebener Fahrbahn (z. B. Kopfsteinpflaster) die Bodenhaftung eher verlieren als mit intakten Dämpfern.

Bei Nässe wird die Fahrsicherheit durch defekte Stoßdämpfer zusätzlich gemindert. Insbesondere Aquaplaning-Effekte setzen spürbar früher ein.

Schlechte Stoßdämpfer können elektronische Fahrwerkskomponenten wie ABS, ASR und elektronische Stabilitätssysteme in ihrer Wirkung mindern. Das Fahrzeug wird instabil und damit für den Fahrer schlechter kontrollierbar. Dies verdeutlicht die nebenstehende Graphik.

Fachleute fordern seit längerer Zeit, dass ein vollwertiger Stoßdämpfertest bei der Hauptuntersuchung eines Fahrzeugs durchgeführt werden soll. Bei diesem Test fährt das Auto auf eine Bühne, bei der die Möglichkeit besteht die Räder des Autos einzeln zu erzwungenen Schwingungen anzuregen. Bei Variation der Anregungsfrequenz werden die Amplituden des Schwingers (Auto) registriert.