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Grundwissen

Das menschliche Auge - Akkomodation und Sehfehler

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als Akkomodation bezeichnet man die Änderung der Brennkraft des Auges, um Objekte in unterschiedlichen Entfernungen scharf sehen zu können.
  • Bei Kurzsichtigkeit ist die Augenlinse zu stark gekrümmt, entfernte Gegenstände werden kurz vor der Netzhaut scharf abgebildet.
  • Bei Weitsichtigkeit ist die Augenlinse nicht stark genug gekrümmt, nahe Gegenstände werden kurz hinter der Netzhaut scharf abgebildet.
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Akkomodation

Um nahe und ferne Gegenstände scharf sehen zu können, muss die Linse die Gegenstände jeweils scharf auf die Netzhaut abbilden. Da die Bildweite durch den Glaskörper des Auges aber nahezu konstant ist, muss das Auge die Brennweite der Linse verändern, um eine scharfe Abbildung sowohl für nahe als auch für ferne Gegenstände zu erreichnen. Diesen Prozess des Scharfstellens des Auges auf verschiedenen Entfernungen nennt man Akkomodation.

Richtest du das Auge auf einen nahen Gegenstand, wird der Ringmuskel angespannt und die Linse zusammengedrückt. Die Änderung der Linsenform verändert auch die Brechung des Gesamtsystems (Hornhaut, Augenkammer, Linse, Glasköper): Die Brennweite der Linse wird kleiner. Auf diese Weise erscheinen nahe Gegenstände scharf, während ferne unscharf werden.

Richtest du dein Auge auf einen fernen Gegenstand, entspannt sich der Ringmuskel wieder und die Wölbung der Linse nimmt ab. Die Brennweite des Gesamtsystems im Auge wird größer und ferne Gegenstände werden scharf, nahe Gegenstände unscharf.

Hinweis: In der folgenden Animation ist die Brechung stark vereinfacht dargestellt. Die Brechung des gesamten Linsensystems (Hornhaut, Augenkammer, Linse, Glasköper) findet hier an einer "gedachten" Linsenebene an der Hornhaut statt. Danach verläuft das Licht geradlinig.

Abb. 1 Vorgang der Akkomodation des Auges durch Kontraktion des Ringmuskels

Kurzsichtigkeit

Wenn der Glaskörper des Auges zu lang ist bzw. die Augenlinse zu stark gekrümmt, so wird das Bild weit entfernter Gegenstände nicht auf der Netzhaut sondern kurz davor scharf abgebildet (siehe Abb. 2). Auf der Netzhaut ergibt sich daher wieder ein unscharfes Bild. Kurzsichtige Personen können also weit entfernte Gegenstände nur unscharf sehen. Hier hilft eine Brille mit Zerstreuungslinse (mehr Infos liefert dir die Seite "Augenfehler").

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Abb. 2 Strahlenverlauf bei Kurzsichtigkeit

Weitsichtigkeit

Wenn der Glaskörper des Auges hingegen zu kurz ist bzw. die Augenlinse durch den Ringmuskel nicht genug gekrümmt wird, so wird das Bild naher Gegenstände nicht auf der Netzhaut sondern erst kurz dahinter scharf abgebildet (siehe Abb. 3). Auf der Netzhaut ergibt sich daher ein unscharfes Bild. Weitsichtige Personen können also nahe Gegenstände nur unscharf sehen. Hier hilft eine Brille mit Sammellinse.

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Abb. 3 Strahlenverlauf bei Weitsichtigkeit

Andere Art der Akkomodation

Abbildung 4: Akkomodation beim Hai

Bei einer Reihe von Fischen wird die Akkomodation nicht durch eine Veränderung der Linsenkrümmung (Veränderung der Brennweite) erreicht, sondern durch eine Veränderung des Abstandes zwischen Linse und Netzhaut. Mit Bändern und Muskeln kann z.B. ein Hai die Position der Linse variieren.

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