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Geschichte

Geschichte des Glases

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite richtet sich z.T. nach entsprechenden Seiten der Schott AG.

 

In der Steinzeit benutzte der Mensch vulkanisches Naturglas (Obsidian) als Schneidewerkzeug und für Speerspitzen.

Künstliches Glas wird durch Zufall beim Brennen von Töpferware entdeckt (Verbindung von kalkhaltigem Sand mit Natron).

Die ältesten Glasfunde (Glasperlen) stammen aus ägyptischen Königsgräbern aus der Zeit um 3500 v. Chr.

In Mesopotamien werden um ca. 1500 v. Chr. die ersten Hohlgläser mit der Sandkerntechnik hergestellt. Tonhaltiger Sand wurde zum Kern des künftigen Gefäßes geformt. Durch Eintauchen des Sandkerns in die Glasschmelze bildete sich das Gefäß. Nach der langsamen Abkühlung wurde der Sandkern entfernt und das in damaliger Zeit sehr wertvolle Hohlgefäß war geschaffen. Das älteste überlieferte Glasrezept stammt aus der Tontafelbibliothek des assyrischen Königs Assubanipal (ca. 700 v. Chr.): "Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen, 5 Teile Kreide - und du erhältst Glas".

Die Erfindung der Glasmacherpfeife (vgl. Bild) und des Glasschmelzofens um ca. 200 v. Chr. schuf neue Möglichkeiten der Glasfertigung (z.B. Flachglas). Zur Herstellung von Fensterscheiben gossen die Römer geschmolzenes Glas in nasse Holzformen, worin sich die Schmelze ausbreitete. Auf diese Weise konnten sie Fenster von bis zu 70cm x 100cm herstellen. Bei Ausgrabungen in Pompeji und Hercolanum unter dem Vesuv wurden Bruchstücke solcher Scheiben gefunden.

Ein Zentrum der Glasmacherkunst im Mittelalter war Venedig. Neben hervorragenden Kunstgegenständen wurde dort (später in Murano) auch Flachglas hergestellt. Die Glasscheiben wurden jedoch nicht mehr gegossen, sondern mit dem Mund geblasen. Zunächst wurden große Zylinder geblasen, die dann der Länge nach aufgeschnitten und zu Glastafeln geglättet oder ausgewalzt wurden.

Die Römer verbreiteten die Glasmacherkunst über ganz Europa. Zwischen 1300 und 1700 dominierten in Deutschland Waldglashütten. Zur Herstellung der Glasschmelze waren nämlich Unmengen von Holz notwendig, so dass man sich in waldreichen Gebieten niederließ.

Brillengläser wurden ab ca. 1250, einfache Mikroskope und Fernrohre ab 1600 hergestellt. Mit einem sehr einfachen Fernrohr entdeckte z.B. Galileo GALILEI (1564 - 1642) die Monde des Jupiter und stützte somit den Wandel vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild (nicht die Erde, sondern die Sonne steht im Mittelpunkt unseres Systems).

Joseph von FRAUNHOFER (1787 - 1826) versucht in Benediktbeuern, die Glasschmelze unter wissenschaftliche Kontrolle zu bringen. Er verbessert Mirkroskope, Fernrohre und Vermessungsgeräte.

Carl ZEISS (1816 - 1888) gründet 1846 in Jena eine optische Werkstätte und stellt ab 1866 gemeinsam mit  Ernst ABBE  (1840 - 1905) den Bau von optischen Instrumenten auf eine wissenschaftliche Grundlage.

Otto SCHOTT (1851 - 1935) erforscht 1879 die Zusammensetzung optischer Gläser und wird mit ZEISS und ABBE Mitgründer der Jenaer Glaswerke. Deutschland ist in dieser Zeit Weltführer bei der Herstellung optischer Geräte.