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Geschichte

Spiegelgeschichte

Um 8000 v. Chr. gab es in Mesopotamien bereits polierte Bronzespiegel.

Der nebenstehend abgebildete Metallspiegel wurde bei Ausgrabungen in Ägypten gefunden und stammt wohl aus der Zeit um 3000 v. Chr.

Später bestanden die Spiegel aus Kupfer, Silber oder Gold. In mühseliger Polierarbeit musste eine plane Fläche geschaffen werden, damit ein unverzerrtes Spiegelbild möglich war. Aber auch beim täglichen Gebrauch war noch Polierarbeit vonnöten, da die Spiegeloberfläche leicht "anlief" und dadurch matt wurde.

Nachdem lange Zeit polierte Kupfer- oder Silberscheiben als Spiegel gedient haben, schufen schließlich die Phönizier kleine Glasspiegel mit Zinnunterlagen. Da das verwendete Glas aber keine plane Flächen aufwies, wurden die Metallspiegel noch für Jahrhunderte nicht vom Glasspiegel verdrängt.

Im 13. Jh. gelang es in Deutschland, die Rückseite eines Flachglases mit einer Metalllegierung zu belegen. Diese Erfindung wurde von der späteren Glashochburg Venedig (Murano) vervollständigt, doch konnte man zu dieser Zeit immer noch keine sehr großen Spiegel herstellen. Übrigens war es den Glasmachern von Murano bei Todesstrafe untersagt ihr Wissen preiszugeben.

Spiegel waren zu dieser Zeit Luxusgegenstände wie folgendes Zitat (www.vision2form.nl) zeigt: "In der Hinterlassenschaft des französischen Ministers Colbert (1683) befand sich ein Venezianischer Spiegel von 115 x 65 cm gefasst in einem Silbernen Rahmen. Dieser Spiegel wurde für fast dreimal soviel verkauft wie ein Gemälde von Rubens, aus der gleichen Hinterlassenschaft."

Erst das 1688 in Frankreich unter König Ludwig XIV. erfundene Plattengießverfahren reichte aus, großflächige Spiegel zu schaffen. Dazu wurde die Glasmasse durch Walzen auf einem Tisch ausgebreitet. Nach dem Erkalten des Glases schliff und polierte man dessen Oberflächen glatt und eben. So entstand Flachglas von höchster Qualität, das durch Belegung mit niedrigschmelzendem Metall zum Spiegel wurde. Der Spiegelsaal in Versailles gibt Zeugnis von der damaligen Handwerkskunst.

Heute gibt es Spiegel aller Art in unseren Haushalten. Das reine Spiegelglas - über dessen Herstellung du dich auf einer eigenen Seite informieren kannst - ist kein Luxusgegenstand mehr. Guten Lesestoff über die Geschichte des Spiegels liefert ein Artikel aus der Zeitschrift PM von E. Deissinger.

Eine interessante Spiegel-Sonderform ist der sogenannte Spion-Spiegel:

Auf den ersten Blick könnte man meinen, bei diesem Spiegel sei die Umkehrbarkeit des Lichtweges irgendwie verletzt, denn eine Person links vom Spiegel kann diejenige rechts vom Spiegel sehen aber nicht umgekehrt. Man setzt solche Spiegel für Identifizierungen bei Kriminalfällen, aber auch zur unauffälligen Postierung von Überwachungskameras in Geschäften ein.

Fahre mit dem Mauszeiger über den Spiegel in dem nebenstehenden Bild, dann siehst du, wie es hinter dem Spiegel aussieht.

Ein Spion-Spiegel ist ein halbdurchlässiger Spiegel, d.h. auftreffendes Licht wird zum Teil reflektiert und zum anderen Teil durchgelassen. Insofern lässt der Spion-Spiegel Licht nach beiden Seiten durch.

Wird der linke Raum stark erhellt (zu überwachender Raum) und der rechte Raum - in dem z.B. eine Überwachungskamera steht - stark abgedunkelt, so wirkt die Anordnung vom linken Raum aus gesehen wie ein Spiegel und vom rechten Raum aus gesehen wie ein Fenster.

Die nebenstehende, schematisierte Skizze zeigt, dass fast kein Licht von der dunklen, rechten Seite zur hellen, linken Seite gelangt und dass wenig Licht auf die rechte Seite zurück reflektiert wird.

Der überwiegende Lichtanteil kommt von der hellen, linken Seite: Es geht viel Licht durch den Spiegel nach rechts und es wird auch viel Licht in den linken Raum zurück reflektiert. Im linken Raum überstrahlt dieser reflektierte, intensive Anteil den schwachen Anteil, der vom rechten zum linken Raum gelangt.