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Ausblick

Sprungkraft

Für eine Reihe von Sportarten ist es günstig, wenn der Sportler (die Sportlerin) eine hohe Sprungkraft besitzt (z.B. Basketball, Weitsprung, Hochsprung usw.). Um zu ermitteln, wie gut die Sprungkraft bei dir ausgebildet ist, kannst du den sogenannten "Jump- and Reach-Test" durchführen.

Damit man entscheiden kann, ob die Sprungkraft gut ist, darf man nicht nur die mit der ausgestreckten Hand erreichte Höhe \(h^*\) messen (ein sehr groß gewachsener Mensch erreicht vielleicht die Höhe, welche das links dargestellte Mädchen durch eine kräftigen Sprung erzielt schon dadurch, dass er im Stand seinen Arm ausstreckt). Vielmehr muss man auch die Größe der Person miteinbeziehen. Dies erreicht man, indem man zusätzlich zur Sprunghöhe \(h^*\) die sogenannte Streckhöhe \(s^*\) misst (vgl. Bild unten). Durch oftmalige Wiederholungen der Übung kannst du deine Sprungkraft steigern.

Im Folgenden soll nun die Sprungkraft beim "Jump- and Reach-Test" abgeschätzt werden. In der Skizze bedeuten:

\(h^*\): absolute Sprunghöhe
\(s^*\): Streckhöhe
\(h\):  Sprunghöhe
\(s\):  Beschleunigungsstrecke von der Hocke bis zur Streckung

Dazu nehmen wir an, dass die Muskelkraft beider Beine \(F_{\rm{B}}\) während des Beschleunigungsvorgangs vom tiefsten Punkt der Hocke bis zum Erreichen der Streckhöhe konstant ist. Für die Beschleunigungsarbeit \(W_{\rm{B}}\) gilt dann
\[W_{\rm{B}} = F_{\rm{B}} \cdot s \quad(1)\]
Die Beschleunigungsarbeit dient dazu, die Lageenergie des Springers zu erhöhen.

Aufgabe

a)

Berechne die Zunahme der Lageenergie des Körpers beim Sprung.

b)

Zeige, dass sich aus den obigen Überlegungen für die Sprungkraft die Formel \(F_{\rm{B}} = \frac{h + s}{s} \cdot m \cdot g\) ableiten lässt.

Hinweise:

  • Bestimme deine Sprungkraft indem du zunächst ausprobierst, bei welcher Abwinkelung der Knie du am höchsten springen kannst. Bestimme dann die Strecke \(s\). Vollführe mehrere Sprünge aus der optimalen Hockstellung und bestimme durch Mittelwertbildung \(h\). Berechne dein \({F_{\rm{B}}}\).
  • Etwas höhere Sprunghöhen lassen sich erreichen, wenn man nicht aus der Ruhe heraus springt, sondern eine sogenannte "Ausholbewegung vollführt. Die folgenden Bilder machen einige Vorschläge.
1
2
3
4
Senke deinen Körper aus dem Stand in die Ausholstellung, verharre dort 3 Sekunden und springe dann - ohne nochmalige Ausholbewegung - nach oben ab 

Lasse die Ausholbewegung
und den Sprung fließend ineinander
übergehen

Führe vor dem Hochsprung zwei bis drei einleitende Laufschritte aus und lasse sie fließend in den beidbeinigen Absprung übergehen 
Springe von einem dreiteiligen Sprungkasten herunter und lasse den Niedersprung fließend in den Absprung übergehen 

Bilder mit freundlicher Genehmigung von http://www.sportunterricht.de

Die Steigerung der Sprunghöhe durch eine sogenannte Ausholbewegung lässt sich wie folgt erklären:
Die nach unten gerichtete Ausholbewegung muss gebremst werden, wozu eine nach oben gerichtete Kraft notwendig ist. Zu Beginn des Sprungs ist also - im Gegensatz zum Sprung aus dem Stand - schon eine nach oben gerichtete Kraft (Anfangskraft) vorhanden. Dies führt zu einer größeren Sprunghöhe, da über die gleiche Beschleunigungsstrecke im Durchschnitt eine höhere Kraft wirkt.

Hinweis: Dieses Prinzip der Anfangskraft wird auch bei Wurfbewegungen ausgenutzt.