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Geschichte

Stromvorstellung - Stromrichtung

Die Versuche zur Elektrostatik (z.B. das Aufladen eine Löffels und das damit verbundene Aufblitzen einer Glimmlampe) legen die Vorstellung nahe, dass beim Ausgleich des "Überschusszustandes" mit dem "Mangelzustand" etwas fließt. Bis zur heutigen Stromvorstellung, die von Ampere eingeführt wurde, dauerte die Entwicklung doch eine Weile.

Große Fortschritte in der Wissenschaft über die Elektrizität waren ab dem Zeitpunkt möglich, als man dauerhafte Ladungsströme in ausreichender Stärke herstellen konnte. Dies war mit den sogenannten Voltaschen Säulen möglich, die auf Arbeiten von Volta und Galvani zurückgingen und etwa ab dem Jahr 1800 zur Verfügung standen.
So gelang Christian Oerstedt im Jahre 1820 der Nachweis, dass fließende Ladung von einem Magnetfeld begleitet ist. Oerstedt spricht aber nicht von einem elektrischen Strom, sondern von einem "elektrischen Konflikt" der die Ablenkung einer Magnetnadel bewirkt. Zu dieser Zeit stellte man sich vor, dass die "Pluselektrizität" und die "Minuselektrizität" im Draht aufeinandertreffen und dabei Wärme- und Lichterscheinungen und seit Oerstedt eben auch magnetische Erscheinungen hervorrufen.

Technische Stromrichtung nach Ampére

Erst Ampère führt den Strombegriff im heutigen Sinne ein und definiert eine Stromrichtung. Dabei orientiert er sich an einem Wasserzersetzungsapparat, den Sie aus dem Chemieunterricht vielleicht als "Hofmannschen Apparat" kennen:

Schließt man an den Wasserzersetzungsapparat die Pole einer Stromquelle an, so entsteht in dem mit dem Pluspol verbundenen Gefäß Sauerstoff (O2) und in dem mit dem Minuspol verbundenen Gefäß Wasserstoff (H2). Ampere legt als Stromrichtung (willkürlich) die Richtung vom "Sauerstoffdraht" zum "Wasserstoffdraht" fest.
Amperesche Definition der Stromrichtung (technische Stromrichtung)

Der elektrische Strom fließt vom "+"Pol zum "-"Pol

Warum keine Umstellung der technischen Stromrichtung?

Heute wissen wir, dass in Metallen ausschließlich die negativen Elektronen fließen, also eine Stromrichtung von "Minus nach Plus" sinnvoller wäre. Jedoch würde eine Umstellung der Stromrichtung einen hohen Änderungsaufwand in der Literatur bedeuten. Außerdem ist zu bedenken, dass es durchaus Materialien wie Halbleiter oder Elektrolyte gibt, in denen sich auch positive Ladungsträger bewegen.