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Geschichte

Maßeinheit Ampère

Abb. 1 Anordnung zur Festlegung der Einheit für die elektrische Stromstärke über die chemischen Wirkung des Stroms

Ursprünglich verwandte man zur Festlegung der Stromstärkeeinheit die elektrolytische Wirkung des Stromes: Im Jahre 1881 legte man fest, dass genau dann der konstante Strom von 1A fließt, wenn aus einer Lösung von Silbernitrat in Wasser in einer Sekunde exakt 1,118mg (1mg = 1/1000g) Silber an der negativen Elektrode abgeschieden wird.

Diese Festlegung des Stromnormals hielt den immer höher werdenden Genauigkeitsansprüchen nicht mehr Stand, darüber hinaus war die elektrolytische Festlegung des Ampere nicht sehr praktikabel.

Im Jahre 1946 einigte man sich - international einheitlich - dann auf die noch heute gültige Amperedefinition, welche auf die magnetische Wirkung des elektrischen Stromes zurückgeht:
Die Einheit 1 Ampere ist die Stärke eines zeitlich unveränderlichen elektrischen Stromes, der durch zwei im Vakuum parallel im Abstand 1 Meter voneinander angeordnete, geradlinige unendlich lange Leiter von vernachlässigbar kleinem Querschnitt fließend, zwischen diesen Leitern je ein Meter Leiterlänge die Kraft 2·10-7  Newton hervorrufen würde.



Hinweise:

  • 1 Newton (1N) ist die Einheit der Kraft, welche etwas später genauer erläutert wird. Ein Körper mit der Masse 100g besitzt bei uns die Gewichtskraft 1N. 1·10-7N ist der zehnmillionste Teil dieser Gewichtskraft.
  • In der Praxis hat man keine unendlich langen Leiter und auch die in der Definition genannte Kraft ist extrem klein. Zur Darstellung des Normals 1A verwendet man daher andere Leiteranordnungen und steckt eine komplizierte Theorie in die Auswertung.
  • Auch mit dem neuen Stromstärkenormal ist man inzwischen nicht mehr ganz zufrieden. Das Ampere ist von den Basisgrößen das ungenaueste Normal.