Ph 12Versuch |
Identifizierung der natürlichen radioaktiven Strahlung |
![]() |
Diese Aussage gilt in der Atomphysik seit Kirchhoff und Bunsen die Spektralanalyse etabliert haben. Wie kann man aber Objekte der Kernphysik identifizieren, die gar keine Atome sind? Solche Objekte weisen keine Atomhülle auf, in der die charakteristischen Übergänge mit Photonenemission stattfinden.
Ähnlich eindeutig wie die Emissions- bzw. Absorptionsspektren in der Atomphysik, gibt der präzise Wert der spezifischen Ladung (q/m) eines Teilchens in der Kernphysik Auskunft über die Identität der Teilchen.
Identifizierung der β-Strahlung Wegen des kontinuierlichen Energiespektrums und der hohen Teilchengeschwindigkeiten besitzen β-Teilchen keinen festen Wert für q/m. Vielmehr besagt die Relativitätstheorie für Elektronen:
Die mit dieser Formel berechneten Werte für die geschwindigkeitsabhängige spezifische Ladung der Elektronen stimmt hervorragend mit den Versuchsergebnissen von Kaufmann und Bucher an β-Teilchen überein, so dass man behaupten kann: β-Teilchen sind Elektronen. |
Identifizierung der α-Strahlung
Für diesen so bestimmten Wert kommen nur Ionen wie He++, Li+++ usw. in Frage. Mit den heutigen extrem genauen Messmethoden könnte man klar entscheiden, dass nur He++ in Frage kommt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Messtechnik noch nicht so fortgeschritten. Jedoch konnten Rutherford und Royds durch einen trickreichen Versuch eindeutig zeigen, dass es sich bei der α-Strahlung um ("nackte") Heliumkerne handelt.
|
Identifizierung der γ-Strahlung
Diese Befunde lassen den Schluss zu, dass es sich bei der γ-Strahlung um hochenergetische Photonen handelt (extrem kurzwellige elektromagnetische Strahlung). |