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Ph 12
Technik
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Mikrowellenherd
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| Beim Mikrowellenherd wird eine dem Klystron verwandte Röhre, die
Magnetfeldröhre oder Magnetron (siehe Bild rechts) verwendet.
Damit lassen sich Mikrowellen mit einer Frequenz von 2,5 GHz und einer Leistung
von ca. 500 W erzeugen. |
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Diese Wellen werden durch ein Metallrohr, einem
Hohlleiter gebündelt und bis zur Kochstelle weitergeleitet. Dort treffen
sie auf rotierende Reflektoren, welche die Wellen in viele Richtung umlenken
und durch ihre Bewegung verhindern, dass es zu stehenden Wellen kommt, was
sehr ungleichmäßige Energieverteilung als Folge hätte. Dadurch
wird das Gargut direkt oder über Reflexionen an den Innenseiten des
Herdes von allen Seiten erreicht. |
| Die Frequenz f = 2,5 GHz ist eine Eigenfrequenz der Wasserdipole.
Moleküle im Gargut, die wie Wasser Dipole sind, geraten durch das hochfrequente
elektrische Feld ins Schwingen. Durch gegenseitige Beeiflussung der Nachbarmoleküle
setzen die schwingenden Dipole Energie in innere Energie der Umgebung um.
In den Gefäßen aus Porzellan oder Kunststoff sind keine Dipole
vorhanden, welche die Ausbreitung der Wellen verhindern. |
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Das Garen in der Mikrowelle unterscheidet sich ganz erheblich vom traditionellen
Kochen mit Feuer, Gas oder Strom. Denn während sonst das Essen langsam
von außen nach innen erwärmt wird, dringen die Mikrowellenstrahlen
in die ersten 3 - 4 cm des Garguts ein und erwärmen aus diesem gesamten
Bereich heraus den Rest. Wasser absorbiert die Mikrowellenenergie am schnellsten,
festere Strukturen wie Eis, Fasern oder Knochen werden dagegen nur allmählich
warm. So kommt es häufig zu ungleichmäßiger Erwärmung der
Speisen. Tiefkühlware ist oft außen schon heiß und innen noch
kalt, bei Flüssigkeiten - etwa der Babymilch - ist es umgekehrt. Auch potentielle
Krankheitserreger (Salmonellen, Listerien) werden wegen der sogenannten "cold
spots" in der Mikrowelle nicht vollständig abgetötet, so dass sich
mangelnde Hygiene beim Umgang mit der Nahrung rächen kann.
Sicherheitsvorkehrungen:
Abschirmung des Garraums
Der Bereich, in dem sich die energietragenden Mikrowellen ausbreiten können
ist durch Metalle beziehungweise Metallgitter gegen die Umwelt abgeschirmt.
Damit auf diese Weise der Mikrowellenverbleib im Herd gewährleistet ist,
sind den Herstellern entsprechende Normen auferlegt. Beim Öffnen der Tür
muss sich die Mikrowelle ausschalten. Lediglich im Bereich der Türfuge kann
eine geringe Menge Mikrowellenenergie, die sogenannte Leckstrahlung, austreten.
International ist festgelegt, dass die Leckstrahlung in 5 cm Abstand vom Gerät
einen Wert von 5 mW/cm2 nicht überschreiten darf. Wegen des Abfalls
der Strahlungsleistung mit dem 1/r2 - Gesetz verliert diese Strahlung
mit größer werdendem Abstand schnell an Wirkung. In mehreren vom
Bundesamt für Strahlenschutz durchgeführten Untersuchungen wurden neue sowie
alte Geräte getestet mit dem Ergebnis, dass alle nur etwa 1 % der zugelassenen
Leckstrahlung emittieren.
Abschirmung des Elekronetzes
Auch in der anderen Richtung wird durch eine Entstördrossel (siehe
rechtes Bild), die sich im Blechkasten unter dem Magnetron befindet, verhindert,
dass die Hochfrequenz über den Netztrafo zur Störung anderer elektrischer
Geräte führt. |
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Veränderungen bei der Nahrung
Dank der kritischen Diskussion in der Öffentlichkeit, ob nun Mikrowellen
schädlich seien oder nicht, ist diese Garmethode gut untersucht worden.
Im Nahrungsmittel selbst stellte man keine anderen Veränderungen als solche
fest, die bei anderen Garmethoden auch auftreten. Bei Erwärmen von Gemüsen
hat die Mikrowelle gegenüber konventionellen Garmethoden den Vorteil, dass
die Gemüse weniger Flüssigkeit verlieren und mehr an ihrem Vitamin
B und Vitamin C Gehalt erhalten bleibt. Eine Zeitlang konnte man lesen, dass
durch Mikrowellen Eiweisse verändert würden und so giftigen Substanzen
entstünden (z.B. in der Milch). Diese Behauptung konnte den darauffolgenden
fundierten Untersuchungen u.a. des Bundesamtes für Gesundheitswesen nicht
standhalten. Die Benutzung des Mikrowellengerätes ist also bei vernünftigem
Umgang nicht ungesund. Ungesund ist aber manchmal das, was der Mikrowellenherd
erhitzen muss. Sorgen Sie deshalb schon beim Einkaufen vor und wählen Sie
die Nahrungsmittel abwechslungsreich und vielseitig aus.
Versuche mit dem Mikrowellenherd
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Ing. Harald Chmela zeigt auf seiner Hompage
Bilder und Videos einiger Experimente im Mikrowellenherd, die wegen ihrer
Gefahren für Experimentator und Gerät nicht zur Nachahmung empfohlen
werden können. So zerstören beispielsweise die Mikrowellen die
Oberfläche einer CD (links) und bringen das Innere einer Glühlampe
und auch deren Glas bis in den Plasmazustand (rechts). |
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