Ph 12Grundwissen |
Prinzip des Streuexperiments |
![]() |
Um über ein Atom Näheres zu erfahren, haben wir im Wesentlichen zwei Grundtypen von Experimenten kennen gelernt.
In der Kernphysik spielen die Streuexperimente eine ganz wesentliche Rolle, daher soll auf diesen Typ noch etwas näher eingegangen werden.
|
Grundaufbau eines Streuexperiments Ein kollimierter Teilchenstrahl wird an einem Target (engl.:
Ziel) gestreut. |
Einfaches mechanisches Analogiemodell (nach Hilscher):
Stellen Sie sich einen Kasten vor, von dessen Inhalt die Masse bekannt
sei. Sie sollen feststellen, wie sich die Masse über das Kasteninnere verteilt,
ohne in ihn hineinschauen zu dürfen. Der Kasten könnte z.B. gleichmäßig
mit einem Stoff verhältnismäßig kleiner Dichte - etwa Holz -
gefüllt sein, oder es könnten sich nur an einigen Stellen kleine Körper
großer Dichte, z.B. Bleikugeln, befinden. Wie können Sie herausfinden,
welcher dieser beiden Fälle vorliegt?
Eine Möglichkeit ist es, kleine Kugeln mit hinreichender Geschwindigkeit
in den Kasten zu schießen und zu beobachten, wo und wie sie wieder aus
ihm herauskommen. Treten alle Kugeln in Schussrichtung, jedoch mit verminderter
Geschwindigkeit aus dem Kasten aus, dann kann man schließen, dass der
Kasten gleichmäßig mit Materie geringer Dichte gefüllt ist.
Findet man dagegen, dass einige Kugeln stark abgelenkt werden, dann kann man
annehmen, dass sie mit kleinen, starren massiven Körpern zusammengestoßen
sein müssen.
Wirkungsquerschnitt σ :
Der Wirkungsquerschnitt ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit,
dass ein Kern mit einem Geschoss in Wechselwirkung tritt. Üblicherweise
gibt man den Wirkungsquerschnitt in der Einheit 1barn =10-28m2
an. s darf jedoch nicht als eine wirkliche Fläche, sondern nur als eine
dem Targetteilchen für eine bestimmte Wechselwirkung zugeordnete hypothetische
Fläche verstanden werden.
Zur Beschreibung der Winkelverteilung der gestreuten Teilchen
verwendet man den differentiellen Wirkungsquerschnitt σ(
).
Er beschreibt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Geschoß
bei der Wechselwirkung mit einem Kern unter einem bestimmten Winkel
gestreut
wird.
