Ph 10

Geschichte

Geschichte der Astronomie im nachsokratischen Griechenland



Demokrit

Um die Zeit, in welcher der berühmte griechische Philosoph Sokrates (469 - 399 v. Chr.) lebte, sind noch einige astronomische Vorstellungen entwickelt worden:
Anaxagoras von Klazomenai  (499 - 428 v. Chr.) etwa hat die Sonne als glühende Steinmasse gesehen, und Demokrit von Abdera (460 - 371 v. Chr.) einer der Begründer der antiken Atomistik, vertrat die Ansicht, dass die Milchstraße das fließende Leuchten zahlloser, sehr weit entfernter Sterne sei.


Sokrates


Auf Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) geht das einflussreichste Weltbild der Antike zurück, das fast 2000 Jahre lang das Denken der Menschheit beeinflusst hat. Aristoteles wurde in der von Plato gegründeten Schule von Athen ausgebildet, war ein Universalgelehrter der große Beiträge zur Philosophie und Kosmologie lieferte. Aristoteles war auch Lehrer von Alexander dem Großen.

Interessante Seiten über Aristoteles:

Im Weiteren wird nur auf die Aussagen des Aristoteles über den Aufbau des Kosmos eingegangen. Sein großer Verdienst ist es, die vielen Erkenntnisse seiner Vorgänger (insbesondere von Eudoxos) zu einer einheitlichen Gesamtschau zusammengefügt zu haben.

 


Aristoteles

Wie schon bei seinen Vorgängern bildete die Erdkugel den Mittelpunkt eines kugelförmigen, begrenzten Weltalls (geozentrisches Weltsystem). Die vier Elemente (Übernahme von Empedocles) - Erde, Wasser, Luft und Feuer - bewegten, mischten und trennten sich in der Umgebung der Erdkugel, in der Sphäre des Irdischen in der andere physikalische Gesetzmäßigkeiten galten als in den äußeren Sphären, in denen sich die Planeten und Sterne bewegten.

Die irdische Sphäre war von den kristallinen Himmelssphären umgeben, die aus einem besonderen fünften Element, dem Äther (quinta essentia) bestanden. Um die Bewegung der Sterne und der Wandelsterne (Planeten) erklären zu können führte Aristoteles insgesamt 55 Sphären ein.

Die folgende Abbildung stellt einen ebenen Schnitt durch die Kugelschalen des Aristoteles dar.

 

Verschiedene mittelalterliche Darstellungen des geozentrischen Systems nach Aristoteles

Aristarchos von Samos (um 310 - um 230 v.Chr.) entwickelte ein heliozentrisch-heliostatisches Weltmodell. Er rückte die Sonne in den Mittelpunkt des Alls und hatte auch bereits eine klare Vorstellung vom Material dieses zentralen Körpers: Er berechnete mittels geometrischer Überlegungen den Abstand Erde Mond und Erde Sonne. Er berechnete für die Sonne das 30fache Volumen der Erde.
Seine richtigen Argumente (Erdrotation in 24 Stunden, Kreisbahn der Erde um die Sonne im Laufe eines Jahres, Statik von Sonne und Fixsternen) hat sich erst wieder Nicolaus Copernicus zu eigen gemacht. Das geozentrische Weltbild des Aristoteles und dessen Perfektionierung durch Ptolemäus dominierte bis ins 16. Jahrhundert nach Christus.

Eratosthenes (276-195 v.Chr.) ermittelte durch Bestimmung der Mittagshöhe die Breitendifferenz zwischen Alexandria und Syene in Ägypten (7,2°). Da er die Entfernung der Orte kannte, berechnete er zum ersten Mal den Gesamtumfang der Erde mit 39.690 km. (Der tatsächliche Erdumfang beträgt im Mittel 40030 km.)


Hipparchos (um 190 bis um 125 v.Chr.), war der bedeutendste beobachtende Astronom der Antike. Ihm wird die Erfindung des Astrolabiums zugeschrieben. Er hat mit seinem 850 Fixsterne erfassenden Katalog ein Sternverzeichnis geschaffen, das die Grundlage aller späteren Verzeichnisse bis Copernicus geblieben war. Durch Auswertung überlieferter und eigener Beobachtungen der Äquinoktien und Solstitien fand Hipparchos die Präzession, d.h. (geozentrisch) das Vorrücken des Frühlingspunktes gegen die jährliche Sonnenbewegung.

Claudius Ptolemäus (um 100 bis 160 n.Chr.) gab dem Exzenter-Epzykelmodell die endgültige Form und hat es in seiner großen Himmelskunde, der "Megalè syntaxis mathematiké", welche die Araber später "Almagest" nannten, kanonisiert. Der "Almagest", die erste systematische Darstellung der antiken mathematischen Astronomie, wurde für das ganze Mittelalter zum Klassiker und Standardwerk (Erstdruck 1496). Ptolemäus hatte in seiner "Syntaxis" nur ein mathematisch-geometrisches Modell der Bewegungen der Himmelskörper geboten und erst in einer späteren Schrift, den "Hypotheses planetarum" eine Himmelsmechanik und -physik zu entwerfen versucht.

Quelle: martin netopil, uni wien
Weitere gute Information in Englisch findet man bei Stefan Stenudd