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Die Donnerwolken anzapfenaus CVK, Band 2, Seite 284 |
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Schon vor etwa 250 Jahren versuchte man, der Gewitterelektrizität auf
die Spur zu kommen. Man wollte nämlich nachweisen, dass ein Blitz nichts
anderes ist als ein riesiger elektrischer Funken.
Zu diesem Zweck ließ z.B. der Physiker Dalibard in einem Dorf bei Paris
eine 12m lange Eisenstange aufstellen, die gegen die Erde isoliert war. Beim
nächsten Gewitter sollte ihr ein geerdeter Eisendraht genähert werden.
Dalibard hoffte, dass im Moment des Blitzes ein Funken aus der isolierten Stange
auf den geerdeten Draht überspringen würde. Das wäre dann der
Beweis, dass Blitz und Funken "von gleicher Natur" sind.
Endlich, am Nachmittag des 10. Mai 1752 zog ein Gewitter auf. Ein Gehilfe und
der hinzu geeilte Dorfpfarrer ergriffen den geerdeten Draht und hielten ihn
in die Nähe der Stange.
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Hier das Protokoll des Pfarrers: |
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Es entsteht ein ungefähr 100 m hoher, stark negativ geladener Bereich der Wolke. Die sinkenden Graupeln sorgen durch ihre mitgeführte Ladung dafür, dass untere Wolkenteile auch positiv geladen sind. Eine Gewitterwolke ist also im oberen Bereich positiv geladen, in einer Höhe von etwa 5 km stark negativ und im unteren Bereich teilweise positiv. Der "Antrieb" der Ladungstrennung sind kräftige Aufwinde innerhalb der Gewitterwolke. Sie transportieren feuchte Luft und unterkühlte Wassertröpfchen in die Höhe. Aus ihnen bilden sich die Graupeln und der schwebende "Schleier" aus Eiskristallen und Wassertröpfchen. Wenn genügend viele Ladungen getrennt wurden. entsteht ein Blitz. entweder zwischen den geladenen Bereichen innerhalb der Wolke oder zwischen Wolke und Erdoberfläche. Der von der Wolke zur Erde verlaufende Blitz, der Wolke-Erde-Blitz ist an den zur Erdoberfläche hin gerichteten Verästelungen zu erkennen. Durch eine Reihe von Vorentladungen wird ruckweise ein mit negativen Ladungen gefüllter Schlauch, der Blitzkanal, von der Wolke zur Erde getrieben. Durch ihn erfolgt dann die Hauptentladung, die etwa 10-4 s dauert. So verlaufen Blitzkanäle oft recht bizarr. Im Blitzkanal herrscht anfangs eine Temperatur von etwa 30000°C (viel heißer als die Sonnenoberfläche!). Diese plötzliche, extrem hohe Erwärmung bewirkt eine explosionsartige Ausdehnung der Luft. Die Folge ist der Donner. |
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