Grundwissen

Versuchsbeschreibung - Deutung


Versuchsbeschreibung:
Die genaue Beschreibung von Naturvorgängen bzw. von Experimenten ist eine wesentliche Aufgabe des Physikers. Es kommt auf genaue Beobachtung und klare Formulierung an.

Die folgenden Stichpunkte sollen Dir ein Hilfe für die Versuchsbeschreibung sein:

  • Mache dir während der Versuchsausführung knappe Notizen.
  • Überlege dir - ähnlich wie beim Deutschaufsatz - eine Gliederung der Beschreibung. Gliederungspunkte können sein:
    • Versuchsaufbau;
    • Versuchsablauf;
    • Versuchsergebnis.
  • Formuliere deine Beobachtungen in klaren, knappen Sätzen.
  • Konzentriere dich auf das Wesentliche. Nebensächlichkeiten brauchen nicht beschrieben werden.
  • Die Beschreibung wird meist durch eine instruktive, beschriftete Skizze erleichtert.
  • Trenne streng zwischen Beschreibung und Deutung des Versuches.

Deutung:
Bei der Deutung eines Versuchsergebnisses kommt es darauf an die Gedankenkette, die zur Erklärung eines Versuches führt, klar und übersichtlich darzustellen. Dabei musst du in der Regel auf schon Gelerntes zurückgreifen.

Zwischen der "Deutung" eines Versuches und der "Begründung" eines Sachverhaltes in der Mathematik besteht eine enge Verwandtschaft: logisches Argumentieren ist gefragt!

 

Musterbeispiel:
Die in nebenstehender Skizze dargestellte Schaltung enthält drei gleichartig Lämpchen L1, L2 und L3. Mit den Schaltern S1, S2, S3 und S4 können verschiedene Zustände in der Schaltung hergestellt werden. Zur Versorgung dient eine Gleichspannungsquelle. In der Hauptleitung befindet sich eine Sicherung.

1. Versuch:

Schalterstellung:
S1 und S4 sind geschlossen, S2 und S3 sind geöffnet.

Beobachtung:
L1 und L3 leuchten nicht, L2 leuchtet.

Deutung:
Der geschlossene Schalter S1 überbrückt L1 (Kurzschluss). Der gesamte Strom fließt über den Schalter und nicht durch die Lampe, welche einen Widerstand darstellt. Die Lampe L3 leuchtet nicht, da sie in keinem geschlossenen Stromkreis liegt.
Die Lampe L2 leuchtet. Sie liegt in einem geschlossenen Kreis, in dem der Strom vom Pluspol über die Sicherung, den Schalter S1, die Lampe L2 und den Schalter S4 zum Minuspol der Quelle fließt.

 

2. Versuch:

Schalterstellung:
S3 und S4 sind geschlossen, S1 und S2 geöffnet.

Beobachtung:
Alle drei Lampen leuchten. L2 und L3 leuchten gleich hell, aber nicht so hell wie L1.

Deutung:
Der Strom fließt vom Pluspol über die Sicherung durch L1, teilt sich dann auf die aus L2 bzw. L3 und S3 bestehenden, parallelgeschalteten Kreise auf und fließt schließlich über S4 zum Minuspol.
Durch L2 bzw. L3 fließt jeweils die Hälfte des Stromes der durch L1 fließt. Dadurch leuchten L2 und L3 gleichhell, aber weniger hell als L1.