Grundwissen

Atomare Vorstellungen der Elektrizität

Die vielen Erscheinungen der Elektrostatik lassen sich mit einer relativ einfachen Vorstellung über den atomaren Aufbau von Leitern und Isolatoren verstehen.

Modellvorstellung: Atom

Einer der kleinsten Bausteine der Materie ist das Atom, welches aus einem positiv geladenen Atomkern und einer negativ geladenen Elektronenhülle besteht. Im Normalfall ist das Atom nach außen hin neutral (dies soll durch den grauen Kreis symbolisiert werden.

Die Entwicklung des Kern-Hülle-Modells vom Atom geht auf den berühmten Physiker E. Rutherford (1871-1937) zurück. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Vorstellung vom Atom erheblich verändert. Wir benutzen aber trotzdem dieses stark vereinfachte Atommodell, da es ausreicht die elektrostatischen Erscheinungen weitgehend zu verstehen.

 

neutrales Atom

Entfernt man ein Elektron aus der Atomhülle, so bleibt ein insgesamt positiv geladener Atomrumpf - ein positives Ion - zurück (dies soll durch den rosa Kreis symbolisiert werden).

positives Ion

 

Modellvorstellung: Leiter

Gehen nun die Atome (z.B. Kupferatome) eine metallische Bindung ein, so gibt jedes Atom im Mittel ein Elektron ab, welches sich relativ frei zwischen den zurückbleibenden ortsfesten, positiven Atomrümpfen bewegen kann. Insgesamt ist der Leiter neutral.
Fahren Sie mit dem Mauszeiger auf die Zeichnung, um den dynamischen Eindruck zu gewinnen.

 

 

 

 


neutraler Leiter

 

Wird nun der Leiter negativ aufgeladen, so kommen zu den schon vorhandenen Elektronen weitere hinzu. Es herrscht Elektronenüberschuss.



negativ geladener Leiter

 

Wird nun der Leiter positiv aufgeladen, so wird ein Teil der schon vorhandenen Elektronen abgezogen. Es herrscht Elektronenmangel.


positiv geladener Leiter

 

Legt man an die Enden des neutralen Leiters die Pole einer Spannungsquelle, so bewirkt dies eine sogenannte Driftbewegung der beweglichen Elektronen in Richtung des Pluspols. Die Zahl der Elektronen, welche vom Pluspol aufgenommen werden, liefert der Minuspol nach. Insgesamt bleibt der Leiter neutral.
Fahren Sie mit dem Mauszeiger auf die Zeichnung, um den dynamischen Eindruck zu gewinnen.

Zu diesem Thema gibt es auch eine hübsches Java-Applet vom Gymnasium Ibbenbüren.

 

 

Modellvorstellung: Isolator - Polarisation
In Isolatoren sind die Elektronen nicht frei beweglich sondern an ihr jeweiliges Atom gebunden.


Isolator-Atom in verschiedenen Situationen


Modellvorstellung
Isolator-Atom in neutraler Umgebung

Isolator-Atom in der Umgebung einer positiven Ladung

Isolator-Atom in der Umgebung einer negativen Ladung
Vereinfachte Darstellung

Im Normalfall (d.h. bei Abwesenheit anderer geladener Körper) fallen die Schwerpunkte von positiver und negativer Ladung beim Isolator-Atom zusammen, es wirkt nach außen hin neutral. In der Umgebung eines geladenen Körpers verschieben sich die Ladungsschwerpunkte. Das Isolator-Atom wird polarisiert, es entsteht ein elektrischer Dipol.

Legt man an die Enden eines neutralen Isolator-Stückes die Pole einer Spannungsquelle, so bewirkt dies eine Polarisation der Isolator-Atome, die bildlich wie folgt dargestellt werden kann:

Modellvorstellung


Vereinfachte Darstellung


 

Ergänzende Hinweise:

e = 1,6·10-19 As = 1,6·10-19 C

Ein Elektron trägt die negative Ladung qe = -1,6·10-19 As
Ein Proton trägt die positive Ladung qp = 1,6·10-19 As

 

 

 

 

zum Applet