Im Strahlenschutz werden stochastische (zufallsbedingte) und deterministische (nicht zufallsbedingte) Strahlenwirkungen unterschieden. Die beiden Schadenstypen haben einen unterschiedlichen Zusammenhang zwischen der Dosis die dem Organismus verabreicht wird und der darauf folgenden Wirkung (Dosiswirkungsbeziehung).
- Die deterministischen Strahlenschäden weisen eine Schwellendosis auf, unterhalb der keine Schäden zu beobachten sind. Nach Überschreiten dieser Schwelle steigen die Schäden stark mit der Dosis an.
- Bei den stochastischen Strahlenschäden geht man davon aus, dass es keine Schwellendosis gibt, d.h. auch bei kleinen Dosen kann es schon zu Schäden dieses Typs kommen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für Schäden bei geringen Dosen kleiner als bei höheren Dosen.
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Deterministische Schäden
In der folgenden Tabelle ist grob dargestellt welche Schäden bei unterschiedicher Dosis auftreten.
Hinweise:
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Die Angaben in der Tabelle sind nur grobe Faustwerte.
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Die Dosiseinheit Sievert (Sv) wird auf der Seite "Dosimetrie" näher erläutert.
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Die Strahlenwirkung auf einen Menschen hängt nicht nur von der Dosis, sondern von einer Reihe weiterer Faktoren, wie z.B. der Strahlungsart, der zeitlichen Dosisverteilung (öfter eine geringe Bestrahlung ist nicht so schädlich wie die gesamte Dosis auf einmal, da die Reparaturmechansmen der Zellen nicht zum Tragen kommen), der räumlichen Dosisverteilung (Ganzkörper- oder Teilkörperbestrahlung), der Art des Organs (Organe mit häufig sich teilenden Zellen, wie z.B. Lymphknoten, Darm. Lunge, weibl. Brust) sind gefährdeter; der persönlichen Strahlenempfindlichkeit usw.
Dosis |
Wirkung |
Schellendosis 0,25 Sv |
Erste klinisch erfassbare Bestrahlungseffekt:
Kurzzeitige Veränderungen im Blutbild, insbesondere Absinken der Lymphozytenzahl; |
Subletale Dosis 1 Sv |
Vorübergehende Strahlenkrankheit:
Unwohlsein am ersten Tag; Absinken der Lymphozytenzahl; nach 2-3 Wochen treten Haarausfall, wunder Rachen, Appetitmangel, Durchfall, Unwohlsein, Mattigkeit, purpurfarbene Hautflecke auf; |
Mittelletale Dosis 4 Sv |
Schwere Strahlenkrankheit:
Übelkeit und Erbrechen am ersten Tag; fast vollständiges Verschwinden der Lymphozyten; große Infektionsneigung, da Schutzfunktion der Schleimhäute und des lymphatischen Systems stark eingeschränkt ist; als Folge davon werden normale Krankheitserreger nicht mehr ausreichend abgewehrt;
Zusätzlich zu den Erscheinungen bei subletaler Dosis treten noch Fieber, innere Blutungen, Sterilität bei Männern, Zyklusstörungen bei Frauen auf;
Bei fehlenden Therapiemaßnahmen ist bei Dosen über 5 Sv mit etwa 50% Todesfällen zu rechnen; |
Letale Dosis 7 Sv |
Tödliche Strahlenkrankheit:
Übelkeit und Erbrechen nach 1-2 Stunden; nach 3-4 Tagen: Durchfall, Erbrechen, Entzündungen im Mund und Rachen, sowie im Magen-Darm-Trakt; Fieber, schneller Kräfteverfall;
Bei fehlenden Therapiemaßnahmen fast 100% Todesrate; |
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Stochastische Schäden
Bei stochastischen Schäden nimmt nicht wie bei den deterministischen Schäden die Schwere der Erkrankung, sondern die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung mit der Dosis zu.
- Als Folge schwacher chronischer Strahlendosen, aber auch bedingt durch einmalig hohe Belastungen kann insbesondere der Krebs (Leukämie; Knochen-, Lugen-, Schilddrüsen- und Brusttumor) eine Schadensmöglichkeit sein.
Die Hiroshima-Atombombe wurde 1945 abgeworfen. Im Jahr 1955 war das Maximum der Leukämiefälle und erst im Jahr 1970 das Maximum der Tumorerkrankungen festzustellen.
- Zu den stochastischen Schäden zählen auch die sogenannten genetischen Schäden, bei denen die Erbanlagen durch die radioaktive Strahlung verändert wurden.
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