Ph 09
Grundwissen
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Kernaufbau
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Der Atomkern besteht aus Protonen und Neutronen
- Rutherford sprach 1911 nur davon, dass im Zentrum des Atoms eine nahezu punktförmige positive Zentralladung sitzt. Später benutzte er für diese Zentralladung den Begriff "Kern" (engl.: nucleus).
- Im Jahre 1920 bezeichnet Rutherford den Kern des Wasserstoffatoms als "Proton".
- Manche Physiker vermuteten, dass schwerere Atom aus Wasserstoffatomen (ein Proton im Kern, ein Elektron in der Atomhülle) aufgebaut seien. Dies hätte jedoch mit den Kenntnissen, welche man über die Masse und die Elektronenzahl von Atomen zu dieser Zeit schon hatte, zu Widersprüchen geführt.
Deshalb vermutete Rutherford (1920) neben dem Proton einen weiteren Kernbaustein das Neutron. Dieses Teilchen sollte etwa dieselbe Masse wie das Proton besitzen, jedoch keine elektrische Ladung tragen.
Man bezeichnet die Kernbausteine Proton und Neutron auch mit dem Überbegriff Nukleon.
- Im Jahr 1932 konnte ein Schüler Rutherfords nämlich J. Chadwick das Neutron nachweisen.
Die Kernkraft hält die Nukleonen zusammen
Bei jedem Atom (Ausnahme: Wasserstoff) befinden sich mehrere Protonen im Kern. Nun wissen wir, dass sich Protonen aufgrund der wirkenden Coulombkraft gegenseitig abstoßen und zwar um so stärker, je geringer ihr Abstand ist. Bei dem kleinen Kerndurchmesser ist also diese Abstoßungskraft zwischen den Protonen beträchtlich.
Damit ein Kern stabil ist, die Protonen also zusammenhalten, muss es neben der abstoßenden Coulombkraft noch eine weitere, anziehende Kraft geben, die den Zusammenhalt der Protonen gewährleistet. Man nennt diese Kraft die Kernkraft.
Im Folgenden sind einige Eigenschaften der Kernkraft, welche zwischen den Nukleonen wirkt, zusammengestellt. Die genaueren Kenntnisse über die Kernkraft gewann man im wesentlichen aus Experimenten, bei denen Nukleonen an Nukleonen gestreut wurden:
- Die anziehende Wirkung der Kernkraft zwischen den Nukleonen setzt
erst ab einem Abstand der Nukleonenmittelpunkte von ca. 2 fm ein.
Hinweis: 1 fm (Fermi) = 10-15m
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- Kommen sich die Nukleonenmittelpunkte näher als etwa 0,5 fm,
so setzt eine stark abstoßende Kraft ein (diese "Hard-Core-Kraft"
verhindert den Kollaps der Kerne).
Die beiden obigen Aussagen kann man auch durch den nebenstehend skizzierten
Verlauf der Kraft zwischen zwei Nukleonen in Abhängigkeit vom Abstand
r ihrer Mittelpunkte darstellen. Danach ist die anziehende Kernkraft bei ca. 1,3 fm am größten und überwiegt die (nur zwischen den Protonen wirkende) abstoßende Coulombkraft deutlich.
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- Die Kernkraft ist ladungsunabhängig, d.h. sie ist bei einer Neutron-Neutron-,
Neutron-Proton- oder Proton-Proton-Wechselwirkung gleich. Natürlich wirkt sich bei der
Proton-Proton-Wechselwirkung noch zusätzlich die Coulombabstoßung aus.
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- Nähert man ein Proton einem Kern, der schon Protonen enthält,
so wächst aufgrund der Langreichweitigkeit der Coulombkraft die
abstoßende Kraft mit der Zahl der Protonen im Kern.
Nähert man ein Nukleon einem Kern, so ist die anziehende Wirkung
aufgrund der Kurzreichweitigkeit der Kernkraft nahezu unabhängig
von der Zahl der im Kern vorhandenen Nukleonen, da das einzubauende
Nukleon nur die unmittelbaren Nachbarn "sieht".
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- Die Kernkraft (starke Wechselwirkung) ist wesentlich stärker
als z.B. die Gravitationswechselwirkung oder die elektromagnetische
Wechselwirkung.
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Nach neueren Erkenntnissen der Elementarteilchenphysik sind Neutron
und Proton keine strukturlosen Teilchen (und somit nicht elementar). Sie setzen
sich vielmehr aus noch kleineren Teilchen den sogenannten Quarks
zusammen. Die Kernkraft wird dann im Gefolge der Wechselwirkungskräfte
zwischen den Quarks erklärt.
