Ph 08

Versuch u. Geschichte

Hans Christian Oerstedt und sein Versuch

Dänischer Physiker und Philosoph (1777-1851)


Bis zur Entdeckung von Oerstedt waren der Magnetismus und die Elektrizität zwei scheinbar voneinander völlig unabhängige Wissensgebiete. Im Jahre 1819 beobachtete Oerstedt die Ablenkung einer Kompassnadel als Strom durch einen Draht floss, der parallel zur Kompassnadel verlief (Oerstedt kannte den Begriff "Strom" noch nicht, er sprach von einem "elektrischen Conflict").

Die Entdeckung einer grundsätzlichen Verknüpfung zwischen Elektrizität und Magnetismus schlug bei der damaligen wissenschaftlichen Welt wie eine Bombe ein und führte zu hektischen Untersuchungen durch andere Forscher wie z.B. Ampère. Nach all dem wurde klar, dass der durch Strom erzeugte Magnetismus eine Kraft bewirkt. Kräfte können Bewegung erzeugen. Man vermutete deshalb auch, dass umgekehrt eine Bewegung zur Stromerzeugung führen könnte.

Es wird oft behauptet, dass Oerstedt seine Entdeckung rein zufällig machte. Dies ist aber ein Missverständnis: Oerstedt hat bei Schelling Naturphilosophie studiert und war voll und ganz davon überzeugt, dass die Natur systematisch aufgebaut ist und hinter allem eine Einheitlichkeit steckt. (Er sah in der Beschäftigung mit der Wissenschaft eine Religion). Die Tatsache, dass er nach einer Verbindung von Elektrizität und Magnetismus suchte, entstammte seiner primären philosophischen Überzeugung, dass es eine solche gab. Man kann auch sagen, dass nur einer, der die prinzipielle Verbindung von Elektrizität und Magnetismus sucht, bei der Ablenkung einer Kompassnadel in der Nähe eines stromführenden Leiters, erkennt dass dies auf dem Strom zurückzuführen ist.


Oerstedt zeigt seinen Versuch

 

Versuch nach Oerstedt:
Ein dicker Kupferdraht wird in die N-S-Richtung aufgestellt. Im Stromkreis bestehend aus Akkumulator, Kupferdraht und Glühlampe stellt die Glühlampe den Stromindikator dar.

Unterhalb des Kupferdrahtes wird eine Kompassnadel aufgestellt, die sich - solange kein Strom fließt - ebenfalls in N-S-Richtung einstellt, also parallel zum Kupferdraht.

Wird der Kreis geschlossen, so dreht sich die Kompassnadel aus der N-S-Richtung, dabei ist die Drehrichtung von der Stromrichtung abhängig.

Fazit:
Ein stromdurchflossener Leiter zeigt in seiner Umgebung eine magnetische Wirkung.

 

  • In der nebenstehenden Animation hast du zunächst die Wahl, ob der Strom im Testleiter aus der Papierebene heraus oder in die Papierebene hinein fließen soll.
  • Anschließend kannst du noch auswählen, ob sich die Nadel oberhalb oder unterhalb des Testleiters befindet.