Ph 08Zusatzaufgaben |
Im Rausch der Tiefe...Aus der Sendung Kopfball des WDR vom 21. März 1999 |
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Warum treibt der Korken im Wasser nicht nach oben?
Sicherlich
kennen Sie selbst einige Phänomene, die mit dem sogenannten "Auftrieb" zu tun
haben. Im Schwimmbad können Sie sich leicht über Wasser halten. Ein Stein ist
unter Wasser "leichter" als über Wasser, und ein Korken steigt unter Wasser
eigentlich sofort zur Wasseroberfläche auf...
Das liegt daran, dass ein von Wasser umgebener Körper einen Auftrieb erfährt.
Der griechische Naturforscher Archimedes (287-212 v. Chr.) entdeckte, dass ein
in eine Flüssigkeit eintauchender Körper scheinbar soviel von seiner Gewichtskraft
verliert, wie die von ihm verdrängte Flüssigkeitsmenge wiegt (Archimedisches
Prinzip). Dieser scheinbare Gewichtsverlust wird als Auftrieb bezeichnet.
Wenn Sie also versuchen, einen 4 kg schweren Stein, der ein Volumen von 2 Litern
hat, unter Wasser aufzuheben, fällt Ihnen das genauso schwer, wie über Wasser
einen Stein von 2 kg zu heben. Der Körper unter Wasser verdrängt ja genau 2 Liter
Wasser, wodurch er einen Auftrieb erhält, der 2 Kilogramm entspricht. (1 Liter
Wasser wiegt etwa ein Kilogramm.)
Wie ist aber das Vorhandensein des Auftriebs zu erklären?
In jeder Flüssigkeit herrscht ein hydrostatischer Druck, der mit der Höhe der
stehenden Flüssigkeitssäule zunimmt; bei Wasser ist dies etwa 0,1 bar pro Meter.
Für einen Korken (den wir uns mal schwebend im Aquarium vorstellen) bedeutet
dies, dass sich der hydrostatische Druck, der von den Seiten wirkt, aufhebt.
In der Abbildung ist das durch die jeweils gleich langen Pfeile rechts und links
vom Korken symbolisiert.
| Ober- und unterhalb des Korkens ist der Druck aber nicht gleich,
da er ja mit der Tiefe zunimmt. Auf die untere Korkenfläche wirkt also ein
größerer Druck als auf die obere. Insgesamt ergibt sich also eine nach oben
gerichtete Kraft. Ist diese nun stärker als die Gewichtskraft des Körpers,
steigt der Körper nach oben. Das setzt natürlich voraus, dass sowohl auf der Ober- wie auch auf der Unterseite der hydrostatische Druck wirken kann. Und genau das ist bei unserem Experiment nicht der Fall: Die extrem glatte Oberfläche des Korkens "verschließt" die Unterseite des Korkens: Kein Wasser kann dort hin, so dass auch kein hydrostatischer Druck nach oben wirken kann. Der Korken erfährt deshalb zunächst keinen Auftrieb. Durch Kapillarkräfte kann aber mit der Zeit Wasser in und unter den Korken gelangen, so dass dieser dann aufsteigt. |