Mikromanometer ermöglichen die Messung kleiner Druckdifferenzen.
Zur Herstellung eines Mikromanometers wird eine große Plasteflasche mit einem
durchbohrten Stopfen versehen. In diesem Stopfen befindet sich ein Glasrohr,
auf dem ein dünner Gummischlauch befestigt ist. In das andere Ende dieses ca.
1 m langen Gummischlauches wird ein Stück eines dicken Trinkrohres oder der
vordere Teil der Hülle eines Kugelschreibers gesteckt. In halber Höhe der Plasteflasche
wird ein ca. 20 cm langes Glasrohr, das einen Innendurchmesser von etwa 3 mm
besitzt, eingeklebt. Durch Verwendung von z. B. Silikonkautschuk sollte die
Klebestelle elastisch sein, so dass der Neigungswinkel des Glasrohres gegenüber
der Horizontalen verändert werden kann. Das erfolgt dadurch, dass das äußere
Ende des Glasrohres auf einem Stativ aufliegt. An dem Stativ ist ebenfalls eine
Skale befestigt, die sich hinter dem Glasrohr befindet. Sie ist mit einer Millimeter-Einteilung
versehen. Bei einem Neigungswinkel des Glasrohres von 6° gegenüber der Horizontalen
entspricht 1 mm auf der Skale einer Druckänderung von ca. 1 Pa. Die Plasteflasche
wird soweit mit gefärbtem Wasser gefüllt, dass die Wassersäule bis etwa in die
Mitte der Skale reicht. Bei diesem Nullpunkt der Skale ist der angezeigte Druck
gleich dem Luftdruck (siehe Bild). Zur Messung der Abweichung des Drucks von
diesem Betrag bringt man das Glasrohr am Ende des Gummischlauches in die jeweilige
Luftströmung. Hält man die Öffnung des Glasrohres dem Luftstrom entgegen,
so zeigt das Mikromanometer den jeweiligen Gesamtdruck an. Er ist größer als
der Luftdruck. Zeigt das Glasrohr senkrecht zur Strömungsrichtung, so wird der
statische Druck in der Strömung angezeigt. Er ist kleiner als der Luftdruck.
Die Untersuchung der Druckverhältnisse um eine umströmte Tragfläche kann im
einfachsten Falle dadurch erfolgen, dass man die Öffnung des Trinkröhrchens
wenige Millimeter über die Tragflächenoberfläche hält. Ist dabei das Röhrchen
oberhalb und unterhalb der Tragfläche senkrecht zu deren Oberfläche gerichtet,
so wird der jeweilige statische Druck angezeigt. Man erkennt unterhalb der Tragfläche
einen erhöhten Druck, oberhalb der Tragfläche dagegen einen Sog.