Ph 08Heimversuch |
Coladosenimplosionaus der Sendung Kopfball des WDR vom 07. September 1997 |
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Nun taucht man die Dose schnell kopfüber in ein Gefäß mit kaltem Wasser aus dem Kühlschrank (eine Eintauchtiefe von 4 cm reicht bereits aus). Dabei implodiert die Coladose, sie knickt also nach innen zusammen.
In dem Video von Prof. Avimov (nur auf CD) wird die Implosion eindrucksvoll demonstriert.
1. Warum implodiert die Coladose?
2. Warum saugt sich die Coladose stattdessen nicht mit Wasser voll?
Durch das Erhitzen des Wassers in der Coladose bildet sich Wasserdampf. Er verdrängt
die in der Coladose befindliche Luft. Die Wassermoleküle des Wasserdampfs nehmen
bei hoher Temperatur aufgrund ihrer hohen Teilchenbewegung viel Platz ein. Das
heißt, es sind nun insgesamt weniger Gasteilchen in der Coladose, da sich vorher
sowohl die Luftteilchen als auch die Wasserteilchen in der Dose befanden. Durch
das Verdampfen des Wassers sind aber nur noch Wasserdampfteilchen in der Dose,
die den gesamten Innenraum ausfüllen. Wird die Coladose nun schnell in das Wassergefäß
eingetaucht, kühlt sich der Wasserdampf schlagartig ab: Er wird also wieder
flüssig. Durch die Kondensation des Wasserdampfes bilden sich Wassertropfen,
welche ein wesentlich geringeres Volumen einnehmen; nämlich etwa nur ein 1200stel
der Gasform. Die Kondensation vollzieht sich sehr schnell, weil zum einen die
Siedetemperatur des Wassers deutlich unterschritten wird. Zum anderen gelangen
durch das Eintauchen der Dose sogenannte Kondensationskeime an den Rand der
Trink-Öffnung, die diesen Vorgang noch beschleunigen. In der Coladose entsteht
also schlagartig ein Unterdruck, der ausgeglichen werden muss. Das könnte dadurch
geschehen, dass Wasser aus dem Gefäß in die Coladose einströmt. Dies findet
aber aufgrund der Massenträgheit des Wassers kaum statt. Stattdessen implodiert
die Coladose, da die dünne Wand dem entstandenen Unterdruck nicht standhalten
kann. Der Luftdruck knickt die Dose zusammen. Dadurch wird das Volumen des Doseninnenraums
verkleinert und somit der Druckausgleich geschaffen.
Im allgemeinen kommen alle Elemente und Verbindungen– je nach Temperatur
und Druck – in einem bestimmten Aggregatzustand vor: So ist Wasser bei
gewöhnlichen Druck unter 0 ºC fest (Eis), zwischen 0 und 100 ºC flüssig und
über 100 ºC gasförmig. (Dass es möglich ist, mit Schlittschuhen über Eis zu
gleiten, liegt übrigens daran, dass sich das feste Eis unter dem Druck der Kufe
verflüssigt und einen Gleitfilm bildet.)
Der Wechsel von einem in den anderen Aggregatzustand bezeichnet man als Phasenübergang.
Der Übergang von der flüssigen zur gasförmigen Phase geht immer mit einer enormen
Volumenzunahme einher: 1 Milliliter Wasser nimmt im gasförmigen Zustand ein
Volumen von über 1,2 Liter ein.
Unter Massenträgheit versteht man das bestreben eines jeden Körpers, seinen
augenblicklichen Bewegungszustand beizubehalten (also im Zustand der Ruhe oder
gleichförmigen Bewegung zu verharren), solange ihn keine Kraft zwingt, diesen
Zustand zu ändern.
Weitere Literatur
Hilscher H. CD Freihandexperimente Institut für Didaktik der Physik der
Uni - Augsburg
Raaf, H.; Sowada, H.: Physik macht Spaß, Überraschende Einsichten durch über
100 Modelle und Experimente, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 1990
Wittmann, J.: Trickkiste 2, Verblüffende Experimente zum Selbermachen, Bayerischer
Schulbuch Verlag, München 1993
Meisinger, K.: Physikalische Experimente mit Dosen, Schriftliche Hausarbeit
zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Hauptschulen nach der Lehramtsprüfungsordnung
I (LPO I) 1994/II, o.V., Augsburg 1994