Wie man lernt
Lernen ist eine sehr individuelle Angelegenheit jedes Einzelnen.
Es gibt jedoch einige übergreifende Grundsätze:
- Lernen geht leichter, wenn man sich für etwas interessiert.
- Lernen ist ein immerwährendes Zusammenspiel zwischen Informationsaufnahme,
Informationsverarbeitung, Informationsspeicherung und Vergessen dieser Information.
So wie der Sportler trainiert um die den Muskel steuernden Systeme effektiv
einzusetzen, muss auch der geistig Arbeitende laufend sein Gehirn trainieren.
Die biologischen Grundstrukturen für effektive geistige und körperliche
Arbeit sind ähnlich.
- Lernen beinhaltet drei wesentliche Bereiche:
- Lernen reiner Fakten (wie Namen, Zahlen, Begriffe), also Ansammeln von
Wissen.
- Lernen von Strukturen, Zusammenhängen und Lösungsstrategien,
also Können.
- Lernen etwas darzustellen, einen Dialog zu führen und Sachverhalte
kritisch zu prüfen , also Fähigkeiten,.
| In vielen Fächern genügt zu einer guten oder mittleren
Note bereits das Ansammeln, Merken und Wiedergeben reinen Wissens, die Lernbereiche
b) und c) gehen oft nur mit wesentlich geringerem Anteil in die Note ein.
Fragen wie "Nenne die Namen aller Bundespräsidenten der Bundesrepublik
seit ihrem Bestehen und deren Parteizugehörigkeit" gehören zu
dieser Kategorie. |
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Die Kernfächer des Gymnasiums, das sind die Sprachen,
Mathematik und Physik, haben in besonderem Maße die Aufgabe die Lernbereiche
b) und c) zu entwickeln. Deshalb muss für diese Fächer auch ein
anderes Lernmuster angelegt werden. |
| Ist es bei einigen Fächern für die Note gut, wenn
man kurz vor der Stunde oder am Tag vor der Prüfung noch schnell das
gesamte Schulheft oder Buch durchliest, so ist dies für eine gute Note
in Physik insbesondere bei einer höheren Jahrgangsstufe eher kontraproduktiv.
Um Zusammenhänge und Lösungsstrategien zu verstehen und sicher
anwenden zu können, muss das Gehirn etwas komplexere mehrfach getestete
Strukturen aufgebaut haben. Wurde durch Anlesen weniger Aufgaben, ohne deren
Variantenreichtum auszuloten, im Gehirn ein in sich wenig vernetztes Stückwerk
geschaffen, so wird der Schüler bei der geringsten Abweichung vom bisher
begangenen Weg abstürzen und sich nicht helfen können. |
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Konkret bedeutet dies für Schüler und Schülerinnen,
die Erfolg im Fach Physik haben wollen:
- Prüfe nach jeder Unterrichtsstunde oder jedem durchgenommenen Kapitel
durch Lösen von Aufgaben, ob du in der Lage bist, den Stoffinhalt anzuwenden.
Dabei wirst du Erfolge, Teilerfolge und Misserfolge haben.
- Wenn Du eine Aufgabe nicht zu deiner Zufriedenheit lösen kannst, stehen
dir mehrere Möglichkeiten offen:
- Versuche zuerst eine leichtere Aufgabe, sie wird dir bewusst oder unbewusst
Hilfen für die schwereren Aufgaben liefern.
- Betrachte die Lösungen der im Unterricht oder hier beigefügten
Musteraufgaben und versuche den auf deine Aufgabe passenden Lösungsweg
anzuwenden.
- Bilde eine Arbeitsgemeinschaft mit Mitschülern und diskutiere
die anstehende Probleme. Oft wird ein Problem allein durch das Verbalisieren
desselben bereits gelöst.
- Frage deinen Lehrer bzw. deine Lehrerin zu dem konkreten Problem.
- Löse die gestellten Aufgaben rechtzeitig vor der nächsten Unterrichtsstunde.
Nur wer seine Hausaufgaben gemacht hat und den Stoff der Stunde hinterfragt,
profitiert von der folgenden Unterrichtsstunde optimal und kann mit den vom
Lehrer gegebenen fachlichen Anmerkungen etwas anfangen.
Merke:
Der Lernerfolg beim "Selber Machen" ist doppelt
so groß wie beim "Zuschauen oder Zuhören".
Für ausführliche Information zum Thema "Lernen lernen"
unter http://www.pohlw.de/lernen/index.htm
